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Förderkreis Umweltschutz in Unterfranken (FUU) e.V.
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AG Nachhaltiges Wirtschaften zu Besuch im "Energy Efficiency Center"


Würzburg. Das Thema treibt um: Wie kann es gelingen, so viel Energie und so viele Emissionen einzusparen, dass die Temperatur, bedingt durch den Klimawandel, allenfalls moderat steigt? Intelligente Gebäudetechnik ist dabei ein wichtiger Hebel, erfuhren die Teilnehmer der AG Nachhaltiges Wirtschaften des Förderkreises Umweltschutz Unterfranken (FUU) im Würzburger Energy Efficiency Center (EEC). Die Einrichtung des ZAE zeigt, was in Sachen Energieoptimierung alles möglich ist.

1991 ging das in Würzburg etablierte Bayerische Zentrum für Angewandte Energieforschung (ZAE) mit rund 20 Wissenschaftlern an den Start. Heute beschäftigen sich um die 70 Physiker, Materialforscher, Maschinenbauer und Architekten in 20 Labors mit Anwendungs- und Grundlagenforschung zu hochinnovativen Baumaterialien. Aktuell laufen zum Beispiel Untersuchungen zur Wärmeleitfähigkeit. Entstehende Produkte werden bis zur Anwendung begleitet.

"Was unser eigenes Gebäude anbelangt, ging es uns nicht nur um Energieeffizienz im Betrieb", verdeutlichte ZAE-Bereichsleiter Hans-Peter Ebert. Am Beispiel des EEC-Textildachs zeigte er auf, wie wichtig es ist, auch an den Energie- und Ressourcenverbrauch bei der Materialproduktion zu denken. Das weiße Dach über dem Büro- und Laborkomplex des ZAE ist aufgrund seiner Ästhetik nicht nur ein echter Hingucker. Es ist auch extrem leicht, besteht es doch lediglich aus einer dünnen Membran. Um es zu tragen, kann auf Massivbauweise verzichtet werden: "Es genügt ein Stahlgerüst." Im Inneren befindet sich ein Gipsbeton-Ständerbauwerk. 

Die Deckenelemente in den Gängen und Büroräumen sind hochwärmedämmend, aber gleichzeitig so transluzid, dass sie Tageslicht in den Raum hineinlassen. Was künstliches Licht und damit Energie spart. Herzstück der Deckenplatten ist ein Silica-Aerogel. Der neuartige Stoff gilt als Weltrekordhalter in Sachen Wärmedämmung.

Um dem Klimawandel gegenzusteuern, muss es Schritt für Schritt gelingen, die Kühlung und Entfeuchtung von Gebäuden energieeffizienter zu gestalten. Denn genau hierfür wird laut dem ZAE ein stetig wachsender Anteil der erzeugten Elektrizität eingesetzt. Im EEC, demonstrierte Ebert, konnte 2014 ein innovatives Konzept zur Gebäudekühlung mittels regenerativer Kälteerzeugung über das Dach realisiert werden. Dabei wird Regenwasser auf dem Gebäudedach gesammelt und in eine Zisterne eingeleitet. Durch einen Wärmetauscher wird das Wasser aus der Zisterne gepumpt, wo es die Abwärme des Gebäudekühlkreislaufs aufnimmt.

Das erwärmte Wasser wird neuerlich in die Zisterne geleitet und nachts auf das Gebäudedach gepumpt. Während es die Dachfläche hinunter läuft, kühlt es sich durch Strahlungs-, Konvektions- und Verdunstungseffekte wieder ab. Das gekühlte Wasser sammelt sich in den Dachrinnen und läuft in die Zisterne zurück. "Mit rund 80 Prozent kommt dem Strahlungseffekt der größte Kühleffekt zu", erläuterte Ebert. Der Verdunstungseffekt hat einen Anteil von etwa zehn Prozent.



Bei der Planung eines Gebäudes sollte nun aber nicht nur berücksichtig werden, ob es in allen Lebensphasen nachhaltig und energieeffizient ist. "Auch die Nutzer sollen sich wohlfühlen", so Ebert. Darum werden die Mitarbeiter über ihren Rechner stündlich nach ihrer Zufriedenheit mit Licht und Temperatur befragt - worauf sie freiwillig antworten können. Je nach Resultat der Befragung werden die Regelstrategien verändert. So wurde einmal nach Auswertung einer Befragung entschieden, mehr Tageslicht hereinzulassen. "90 Prozent der Nutzer fühlen sich derzeit wohl", so Ebert. Insgesamt sei festzustellen, dass es Männer in den Arbeitsräumen etwas dunkler mögen.

Bei der Realisierung seines Gebäudes kooperierte das ZAE mit vielen Partnern aus der Industrie. Dazu gehörte auch die Knauf Gips KG aus Iphofen. Die setzt seit langem auf das Thema "Nachhaltigkeit", erläuterte Dieter Stauder, der das Marktmanagement bei Knauf leitet. Knauf-Produkte haben nach seinen Worten den Anspruch, umweltverträglich, energieeffizient und nachhaltig zu sein. Es gibt sogar eine hauptamtliche Nachhaltigkeitsbeauftragte: "Was keineswegs branchenüblich ist."

Gips selbst sei ein nachhaltiges Material, da es sich quasi unendlich wiederverwerten lässt. Die Flächen, auf denen Gips abgebaut wird, werden durch Wiederverfüllung, Mutterbodenauftrag und teilweise auch durch Wiederaufforstung der Natur zurückgegeben. Auf diese Weise entstand zum Beispiel im ehemaligen Steinbruch Markt Bibart ein Feuchtbiotop.



Um die Arbeit der AG Nachhaltiges Wirtschaften des Förderkreises Umweltschutz Unterfranken zu unterstützen, überreichte AG-Mitglied Claudia Behringer am Dienstag eine 500-Euro-Spende an FUU-Vorstand Stefan Müssig. Behringer ist Fachberaterin für nachhaltiges Investment der MehrWert GmbH. Die AG-Treffen schätzt sie sehr: "Denn der Austausch von Best-Practice-Erfahrungen und Expertenwissen im Nachhaltigkeitsmanagement ist überaus wichtig."

Die Spendenmittel stammen aus dem Verkauf nachhaltiger Versicherungen für Hausrat und Privathaftpflicht. Der ökologische "Mehrwert" der Haftpflichtversicherung besteht darin, dass, so nach einem Schadensfall ein Gegenstand neu angeschafft werden muss, bis zu 20 Prozent der Mehrkosten übernommen, wenn die Neuanschaffung ökologisch fair ist. Pro abgeschlossenen Vertrag fließen außerdem zwei Euro an eine ökologische oder nachhaltige Einrichtung. 

Text und Bilder FUU e.V.




Förderkreis Umweltschutz in Unterfranken (FUU) e.V.

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97082 Würzburg
Tel.: (0931) 78097025
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